Reiseerklärung MS Brombachsee 2017

Liebe Fahrgäste, hier spricht Ihr Kapitän.

Herzlich willkommen an Bord unseres Trimarans MS Brombachsee. Im Namen der gesamten Crew wünsche ich Ihnen einen angenehmen Aufenthalt und frohe Stunden bei unserer Schifffahrt auf dem Großen Brombachsee. Trimaran bedeutet Drei-Rumpf-Schiff! Dieses in seiner Konstruktion einzigartige Schiff wurde im Jahr 2000 von der Lux-Werft in Mondorf (bitte aussprechen Monndorf) am Rhein gebaut.

Wir haben gerade unseren Heimathafen Ramsberg verlassen und fahren nun in westlicher Richtung zur nächsten Anlegestelle Absberg. Unsere Schiffstour dauert eineinhalb Stunden. Wir fahren mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von sechseinhalb Knoten. Das ist ein Begriff aus der Schifffahrt und hat nichts mit Schnürsenkeln oder Seilen zu tun. Mit Knoten meinen die Seeleute, Seemeilen pro Stunde. Das gilt auf hoher See. In der Binnenschifffahrt jedoch rechnen wir die Geschwindigkeit in Kilometern pro Stunde, somit fahren wir ca. 12 Kilometer pro Stunde.

Eine Seefahrt, die ist lustig, eine Seefahrt die ist schön – und macht hungrig.

Wir verwöhnen Sie an unserer Selbstbedienungstheke mit einer großen Auswahl an Speisen und Getränken. Genießen Sie eine typische Spezialität, unsere Fränkischen Bratwürste und dazu ein leckeres Bier gebraut in den regionalen Brauereien unweit des Sees. Oder wie wär’s mit einem knackigen Salat aus der Kombüse? Natürlich bekommen Sie bei uns auch etwas Süßes: eine Seeschlacht können wir Ihnen nicht bieten, aber wie wär’s mit einer Tortenschlacht? Übrigens: Sie müssen sich hier an Bord nicht vor Eisbergen fürchten. Im Gegenteil: unsere Eisbecher machen Eisberge zum puren Genuss.

Der Große Brombachsee ist das Herzstück des Fränkischen Seenlandes. Hier gibt es keine Begrenzungen wie Schleusen und Brücken – die Voraussetzung für die Einzigartigkeit unseres barrierfreien Schiffes: 46 Meter lang, 19 Meter breit und mit seinen drei Decks über 13 Meter hoch. Es bietet Platz für 750 Passagiere Und kaum zu glauben, wir fahren nur mit erstaunlichen 1,40 Meter Tiefgang. Das ist kein Seemannsgarn, sondern Ergebnis der einzigartigen Konstruktion des Trimarans. Mit diesem geringen Tiefgang können wir nahezu überall anlegen und unsere Fahrgäste über die Bugklappe stufenlos ein- und aussteigen lassen. Solch ein Schiff sucht weltweit seinesgleichen. Dieses Meisterstück der LUX-Werft wurde im Jahr 2000 auf Kiel gelegt. Und welches Schiff verfügt schon über einen Panoramaaufzug über drei Decks?

Und hier die Details für die Technikfans unter Ihnen: den Trimaran treiben zwei MAN-6-Zylinder Dieselmotoren mit jeweils 250 Kilowatt Leistung an. Mit den beiden Schottel-Pump-Jets können wir uns auf der Stelle drehen. Und damit der Kaffee heiß und das Eis kalt serviert werden, produzieren wir mit zwei weiteren Dieselgeneratoren Strom. Wenn Sie einmal nachts mit uns unterwegs sein sollten, wir setzen auf 100 prozentige Sicherheit. Denn unsere Radaranlage weist uns selbst bei Nebel und Dunkelheit den rechten Kurs.

Wie kommt ein so großes Schiff auf einen Binnensee ohne eine Verbindung an eine öffentliche Wasserstraße? Das war im Jahr 2000 ein großes Spektakel: die drei Rümpfe und die vielen anderen Bauteile lieferte die LUX-Werft mit Schwerlasttransportern auf dem Landweg an. Straßen mussten gesperrt, Schilder abgeschraubt werden, in einem außergewöhnlichem Schauspiel schlängelte sich der Mittelrumpf durch die engen Gassen von Ramsberg: 46 Meter lang und 5 Meter breit.

Eine erstaunliche Schiffsbauerleistung: in nur einem halben Jahr baute das Team der LUX-Werft unsere MS Brombachsee vor Ort zusammen und seitdem ist sie die Attraktion im Seenland.

Das Fränkische Seenland ist aus wasserwirtschaftlichen Gründen entstanden. Der Altmühl- und der Brombachsee verringern als Zwischenspeicher die Gefahr von Hochwasser im Altmühltal. Bei Bedarf kann das überschüssige Wasser in die Flüsse Nordbayerns abgegeben werden. Der Clou: hierbei wird die Europäische Wasserscheide überwunden. Normalerweise würde das Wasser Richtung Süden über die Altmühl und die Donau ins Schwarze Meer fließen, nun fließt es in Richtung Norden durch das Regnitz-Main-Gebiet in den Rhein. Ein Segen für den Norden Bayerns, denn hier regnet es wenig.

Der Große Brombachsee ist der größte der Fränkischen Seen und mit einer Wasserfläche von 8,7 Km² ungefähr so groß wie der Tegernsee. Anders als bei den meisten Seen sind bei uns alle Uferbereiche frei zugänglich. Der 17,5 Km lange Rad- und Wanderweg führt Sie ohne Unterbrechung zu wunderschönen Stränden und durch idyllische Naturschutzgebiete. Lassen Sie sich vom mediterranen Flair begeistern und genießen Sie einen autofreien Tag an den Seen. Bei uns können sich viele Pflanzen- und Tierarten ungestört entwickeln. Und wenn Sie Glück haben, begegnen Ihnen auch die fleißigen Biber. Möchten Sie mehr wissen? In unserem Bordshop erhalten Sie Broschüren, Radwanderkarten, ausgewählte Souvenirs und Artikel aus unserer MS Brombachsee-Kollektion. Haben wir ihnen Lust auf einen kleinen Ausflug gemacht? Kein Problem: wir stempeln kurz Ihren Fahrschein ab und Ihrem Landgang steht nichts mehr entgegen. Wir holen Sie dann in 1,5 Stunden wieder ab.

Fähigkeit oder Aufgaben

Hier spricht nochmal Ihr Kapitän.

1970 beschloss der Bayerische Landtag den Bau des Fränkischen Seenlandes. Der Freistaat Bayern investierte rund 450 Millionen Euro für den Bau und somit in die Zukunft dieser Region. Der Große Brombachsee wurde im Jahr 2000 fertiggestellt und feierlich eingeweiht. Er entstand im Tal des kleinen Flüsschens Brombach. Der Name stammt aus dem Althochdeutschen und bedeutet:  „Wasser, an dem Brombeersträucher wachsen“. Früher schlängelte sich der Brombach über fast 20 Kilometer durch ein sandiges Tal. Die Menschen nutzten Jahrhunderte lang seine Wasserkraft. Die aus heutiger Sicht sehr bescheidene Wasserkraft führte zum Bau von zwölf Mühlen an nur wenigen Kilometern Bachlauf. Die Schneid-Mühlen sägten damit das in den umliegenden Wäldern reichlich vorhandene Holz und die Getreidemühlen mahlten das Korn. Sie kennen sicherlich das Lied „Warum klappert die Mühle am rauschenden Bach“ – ist da etwa eine Schraube locker? Oder das Wasserrad schon so klapprig, dass es gar das Rauschen des Baches übertönt? Nein! Am lauten Klappern erkannten die Müller damals, dass alles optimal lief. Das Ergebnis: sehr feines Mehl für Apfelstrudel, Küchle oder Kaisersemmeln. Schon vor 200 Jahren für den Komponisten Wilhelm Müller ein Genuss.

Der Deutsche Orden mit seinem Stammsitz in Ellingen beherrschte im Mittelalter auch weite Teile Frankens. Ihre Gegner waren lange Zeit die Ritter von und zu Absberg. Die Mühlen waren für sie alle immens wichtig. Sie lieferten das Holz für Häuser und Scheunen und das Mehl für das Brot. Der Brombach führte schon damals wenig Wasser. So gab es immer wieder Streitereien zwischen den verschiedenen Herrschern. Das endete erst im Jahr 1652, denn der letzte Absberger Ritter hatte keinen männlichen Nachfolger. Somit übernahm der Deutsche Orden alle Mühlen im Brombachtal.

Eine geschichtsträchtige Landschaft. Wer weiß schon genau, ob nicht auch die Minnesänger Wolfram von Eschenbach und der Ritter Thannhäuser durch das schöne Brombachtal geritten sind. Vielleicht kehrten sie in der Hühnermühle ein, machten Rast an der Furthmühle oder ließen sich von der beschaulichen Beutelmühle für ihre Lieder inspirieren. Als das größte wasserwirtschaftliche Bauprojekt Bayerns geplant wurde, waren diese Mühlen größtenteils nicht mehr lukrativ und außer Betrieb. Die uralten Gehöfte wurden abgerissen. Ihre Fundamente liegen heute zum Teil 32 Meter unter dem Wasserspiegel. Eins ist freilich seit Jahrhunderten unverändert geblieben: Nach wie vor dient das Wasser dem Menschen – einst zur Sicherung des Lebensunterhaltes durch Gewinnung von Mehl und Bauholz, heute zur Erhaltung einer sauberen Umwelt und zur Gestaltung von Freizeit und Erholung.

Früher kannte hier keiner die Hektik des Industriezeitalters. Die schwankende Wasserkraft des kleinen Brombachs bestimmte den Takt der Arbeit: „komme ich heute nicht, komm ich vielleicht morgen“. Gönnen Sie sich doch auch nach diesem Motto ein wenig Ruhe und Entspannung in dieser uralten Kulturlandschaft. Lassen Sie sich in einer der beliebtesten Urlaubsregionen Deutschlands verwöhnen.

Steht Ihnen der Sinn eher nach Action, Sport und Nervenkitzel? Da sind Sie hier goldrichtig. Von einer atemberaubenden Seeüberfahrt im Abenteuerkletterwald über Kitesurfen, Wakeboarden und dem etwas beschaulicheren Stand up Paddling oder Yoga an Bord – werden diese und viele weitere Sportarten am See angeboten.

Empfehlenswert ist ein Besuch der Mandlesmühle. Sie musste dem See nicht weichen, denn sie liegt hinter dem großen Staudamm. Die Mühle wurde aufwändig saniert und erweitert. Heute nutzt sie das Wasserwirtschaftsamt Nordbayern als Außenstelle. Und sie beherbergt das Informationszentrum Fränkisches Seenland. In einer multimedialen Ausstellung erfahren Sie alles Wissenswerte über die sieben neugeschaffenen Seen.

Sehr geehrte Fahrgäste, wir danken für Ihre Aufmerksamkeit und wünschen Ihnen noch einen angenehmen Aufenthalt an Bord. Wenn Sie eine Schifffahrt mit einer Gruppe planen, können Sie im Voraus zum Beispiel ein Frühstücksbuffet, ein Mittagessen oder eine Kaffeetafel bestellen und sich von unserer Crew verwöhnen lassen. Oder genießen Sie das Flair einer Feier auf See! Für Ihre Veranstaltung, zum Beispiel eine Familien- oder Betriebsfeier, bieten wir den besonderen Rahmen. Sprechen Sie uns an – Ihre Erlebnisschifffahrt Brombachsee.